Monthly Archives: Juni 2012

Die AKTION KUPFERPLATTE

Wie angedroht: Die Aktion war ein Erfolg. Mehr oder weniger. Ich meine die Platte wurde von Bernhard und mit mit 2,9mm Bleischrot beschossen nachdem wir einen nicht unerheblichen Aufwand betrieben haben eine Vorrichtung zu installieren die der Kraft des Schusses auch standhält. Zwei Probeschüsse auf Pappkarton um die Trefferlage auszuloten, ein Probeschuss auf eine Aluplatte um die Verformungen des Kupfers nachzuvollziehen und dann stand schon die Platte da. Erstaunlich schnell. Ich hatte mit mehreren Stunden dies tarierens, verschiebens und sonststigen Anpassungshemmnissen gerechnet. Nichts. Die drei Schuss auf der Platte saßen soweit perfekt. Anschließend die individuelle Behandlung mit einigen „Mittelchen“ und Ölfarbe – das Ergebnis ist aber noch nicht endgültig zufriedenstellend. Ein Freund warnte mich: Der Kill-Your-Darling-Effekt. Ich bin auf die Hut.

Aktion Kupferplatte

Ingo Herrmann – Aktion Kupferplatte

Aktion Kupferplatte

Aktion Kupferplatte

Ingo Herrmann - Herrmann & Tallig Objektdienste GmbH - Aktion Kupferplatte

Ingo Herrmann – Aktion Kupferplatte

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Ingeborg Bachmann – An die Sonne (1956)

Ingeborg Bachmann – An die Sonne (1956)

Schöner als der beachtliche Mond und sein geadeltes Licht,
Schöner als die Sterne, die berühmten Orden der Nacht,
Viel schöner als der feurige Auftritt eines Kometen
Und zu weit Schönrem berufen als jedes andere Gestirn,
Weil dein und mein Leben jeden Tag an ihr hängt, ist die Sonne.
Schöne Sonne, die aufgeht, ihr Werk nicht vergessen hat
Und beendet, am schönsten im Sommer, wenn ein Tag
An den Küsten verdampft und ohne Kraft gespiegelt die Segel
Über dein Aug ziehn, bis du müde wirst und das letzte verkürzt.

Ohne die Sonne nimmt auch die Kunst wieder den Schleier,
Du erscheinst mir nicht mehr, und die See und der Sand,
Von Schatten gepeitscht, fliehen unter mein Lid.

Schönes Licht, das uns warm hält, bewahrt und wunderbar sorgt,
Dass ich wieder sehe und dass ich dich wiederseh!

Nichts Schönres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein…

Nichts Schönres als den Stab im Wasser zu sehn und den Vogel oben,
Der seinen Flug überlegt, und unten die Fische im Schwarm,

Gefärbt, geformt, in die Welt gekommen mit einer Sendung von Licht,
Und den Umkreis zu sehn, das Geviert eines Felds, das Tausendeck meines Lands
Und das Kleid, das du angetan hast. Und dein Kleid, glockig und blau!
Schönes Blau, in dem die Pfauen spazieren und sich verneigen,
Blau der Fernen, der Zonen des Glücks mit den Wettern für mein Gefühl,
Blauer Zufall am Horizont! Und meine begeisterten Augen
Weiten sich wieder und blinken und brennen sich wund.

Schöne Sonne, der vom Staub noch die größte Bewundrung gebührt,
Darum werde ich nicht wegen dem Mond und den Sternen und nicht,
Weil die Nacht mit Kometen prahlt und in mir einen Narren sucht,
Sondern deinetwegen und bald endlos und wie um nichts sonst
Klage führen über den unabwendbaren Verlust meiner Augen.

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Das Experiment

Am Sonntag ist es soweit: Die langersehnte Kupferplatte ist angeliefert und das Experiment kann beginnen. Die hochpolierte Oberfläche der Kupferplatte wird mit einer Schrotladung (36g, 2,9mm) beschossen, in der Hoffnung die Garbe zeichnet sich schön und gleichmäßig im weichen Kupfer ab und lässt einen „Sternhimmel“ in Kupfer entstehen. Alle Sicherheitsvorkehrungen sind getroffen, Schutzbrillen bereitgelegt, Gehörschutz ebenso. Kugelfang und andere Aufbauten werden am Sonntag errichtet. SPANNUNG. VORHER NACHHER BILDER werde ich wohl machen. Wenn ich dran denke.

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Pessimismus

Der Pessimist ist beständig misstrauisch gegen die Zukunft. Darum wird er das Vergangene stets als das Positivere in Erinnerung behalten. Da das Verhängnis im Regelfall ausbleibt, verklärt der Pessimist im Hinblick auf die unheilvolle Zukunft mit seufzender Erleichterung die Vergangenheit und ignoriert die Pracht des Gegenwärtigen.

Paul Klee, 1903: Zwei Männer, einander in höherer Stellung vermutend, begegnen sich.

Paul Klee, 1903: Zwei Männer, einander in höherer Stellung vermutend, begegnen sich.

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Das Nashorn. Ein Kindergedicht. (Giwi Margwelaschwili)

Nein, Kinder, nein, ich bin nicht froh
Ein normales Nashorn steht im Zoo.
Ich aber steh auf dem Papier
Und frage mich, was soll ich hier.

Immer muss ich um mein Dasein beben.
Denn gelesen werdend leben
Ist sicher das Beschwerlichste
Und auch noch das Gefährlichste.

Was mach ich armes dickes Biest,
Wenn mich keiner liest?
Auf meinem miesen Zeilengrund
Streb ich noch am Leserschwund.

Ach, ich fürchte den Lesertod!
Drum, Kinder, hört mein Angebot:
Für mein Überleseleben
Möchte ich mich euch zum Reiten geben.
Doch dazu braucht es Phantasie
Kleiner Leser hast Du sie?

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Du, ich, der Abend

(Steffen Popp)

faseln von Liebe. Sein inneres Feuer. Tanzen ermüdet uns bald.
Im Korridor, auf einer abgestellten Couch, ein Leib, ein Geist
mit Eigenschaften, Vergangenheiten, die immer, immer ungenügend
auf Dich zeigen. Ich finde nicht Deine Schlafnamen, nur Schlaf
nicht Deinen Traum, hier nur gesprengte Außengelände, Boten
Märchengestaltige Chiffren, die in Kellern der Institutionen herrlichen
Stuck ergäben: genug, eine Kultur der Liebe darauf zu gründen.

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G.Holzhausen – Blau Gelber Harlekin

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Jean Léon Gérôme – Duell nach dem Maskenball

Gesehen in Sankt Petersburg. Ich war so begeistert, dass es alle anderen Eindrücke in der Ermitage übertroffen hat. Ein historistischer Schmachtschinken zum sinnieren.

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Das Manifest der Kunst-Diktatur (Jonathan Meese)

Jonathan Meese hat sich wohl über die „Kunst Diktatur“ des derzeitigen Kunstbetriebes ausgelassen. Lustigerweise erzeugt er somit ein Medienecho für eine Veranstaltung die er ja doch so abschätzig beurteilt. Da hat sich aber mal wieder einer einen Gag einfallen lassen.

Manifest der Kunst-Diktatur von Jonathan Meese (Quelle: Spiegel)

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