Monthly Archives: Oktober 2012

Umweltsiegel

Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens, Ingo Herrmann (Herrmann & Tallig Objektdienste), Präsident der Handwerkskammer Halle MdL Thomas Keindorf

 

 

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Vögeln

Ich bin ein begeisterter Zeitungsleser. Ab und an. Erst recht jetzt, wo doch ePaper so angesagt sind. Das neue Windows 8. usw. Sobald ich in eine dieser Begeisterungsphasen eintrete, eröffnet sich mit jedem noch so kleinen Artikel, manch einer verschmäht sie als Randnotiz, mit jedem Leserbrief und jeder Kolumne eine kleine Welt voller neuer Kuriositäten. Dinge, denen man vor der Lektüre keine Aufmerksamkeit schenkte, erscheinen plötzlich in einem hellen Schlaglicht der Erkenntnis. So geschehen, hat mich ein Leserbrief in der FAZ vom 27.Oktober über die Novellierung des nordrhein-westfälischen Jagdrechts informiert. Ein Mühlheimer schildert darin seine ornithologischen Beobachtungen der letzten Jahre und führt aus, dass er vor wenigen Jahrzehnten eine Unzahl von Vögeln beobachten konnte, die er namentlich benennt, heute jedoch neben Amseln und Staren nur noch Elstern und Krähen vor die vögelversierte Beobachter-Linse bekommt.

Er scheint das nicht zu beklagen, niemandem einem Vorwurf zur machen, sondern führt einen Sachverhalt an auf den er diesen Umstand zurückführt: Das Jagdverbot auf Elster und Eichelhäher. Diese trieben seitdem ihr Unwesen, setzten die kleineren Singvögel (beide sind im Übrigen auch als Singvögel beschrieben) auf ihren Speiseplan und trügen entsprechend zur Verminderung der Vielfalt aktiv bei. Die einstmals unter Schutz gestellten veränderten so das bestehende Gefüge zu ihrem Vorteil und die früher beobachteten Neuntöter, Gimpel und Tannenmeisen verschwänden. Die Initiative zum Schutz von Elster und Eichelhäher führte der Briefeschreiber auf die Grünen zurück, die nun wiederum maßgeblich an die Novellierung des Jagdgesetzes wirken – klar, sie sind ja auch Regierungspartei.

Konnte jemand eine solche Entwicklung anderweitig wissenschaftlich nachweisen? Gibt es da eine Grundlage für die Behauptung die Ausbreitung der Elster und des Eichelhähers unterbinde die Verbreitung von anderen, kleineren Singvögeln? Ich weiß es nicht, nur das alles Wissen irgendwie veränglich erscheint. So war einstmals auch die Fuchsjagd eine angesehene Sache und ja, heute scheint insbesondere in Großstädten eine „Fuchsplage“zu herrschen. Im Wald dagegen eine Mäuseplage. Fressen Füchse nicht Mäuse? Haben wir aufgrund der Mäuseplage (=Nahrungsüberangebot) eine Fuchsplage? Die Stadtfüchse sind also nur die Kulturbeflissenen, die sich im städtischen Getümmel auf die Suche nach einer Abwechslung für den so einseitigen Speiseplan machen und – begeistert vom reichhaltigen städtischen Ambiente – ansässig werden? Nächste Woche bin ich zu einer Treibjagd irgendwo östlich von Halle (Saale) eingeladen. Füchse sind freigegeben. Soweit ich weiß gibt es dort aber auch eine Mäuseplage… Und noch was: Könnte mir gleich noch mal jemand erklären, warum man Rehböcke nur bis zum 15. Oktober schießen darf und Ricken bis weit in das kommende Jahr hinein?

Egal was politisch entschieden wurde: Gesetzgebungskompetenz ist nun einmal Gesetzgebungskompetenz, Entscheidungen müssen politisch getroffen werden und irgendein Lobbyverband wird schon noch eine Statistik aus der Tasche ziehen um einen weiteren Aspekt in den Fokus der Entscheider zu bringen. Bleibt nur zu hoffen, das jene die Kraft haben, auch eigene Fehlentscheidungen – falls es denn welche waren – in Frage zu stellen. Ich gehe jetzt mal zum Fenster: Erstaunlicher Weise sehe ich bei uns im Garten auch nur noch Kleiber und Meißen. Vielleicht sollte ich mehr Zeit am Fenster verbringen als vor Windows?

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Francesco Vezzoli – Trailer for a remake of Gore Vidal’s Caligula (2005)



Francesco Vezzoli – Trailer for a remake Gore Vidal’s Caligula (2005)

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Diktaturen

Gestern Abend habe ich Das Fest des Ziegenbocks von Mario Vargas Llosa zu lesen begonnen. Selten war ich schon nach den ersten ZEILEN (jawohl, Zeilen!) so begeistert von einem Buch, dass ich sofort das erste Kapitel bis zum Ende lesen musste. Aber nicht nur das Llosa so verdichtet schreibt, sondern vielmehr beeindruckte mich seine Kunst, Beziehungen zwischen Menschen gar nicht anzusprechen, aber trotzdem erfahrbar zu machen. Assoziationen hervorzurufen. Phänomenal!

Aber eben nicht nur Beziehungen zwischen Menschen werden so komponiert, sondern ganz allgemein kamen mir einige Gedanken. Der dominikanische Diktator. Der lateinamerikanische Autor. Der westliche Leser. Alle drei Perspektiven verschränken sich und stellen sich auch gegenseitig in Frage. Ganz klar, die Diktatur Trujillos ist entlarvt. Aber auch die westliche „Kulturdiktatur“ und Arroganz wird hintergründig angeklagt.

Interessanter Weise habe ich gestern einen Artikel gelesen, in dem es um Algorithmen ging. Algorithmen sind seit Jahrzehnten, Jahrhunderten wahrscheinlich allgegenwärtig – klar. Man denke nur an die Checkliste nach der Geburt eines Kindes (5 Parameter die gecheckt werden, eine Punktwertung bekommen um anschließend das Kind als „gesund“ oder „behandlungsbedürftig“ zu klassifizieren). Ein Algorithmus entscheidet also bereits direkt nach unserer Geburt ob wir links oder rechts abbiegen, in den Armen der Mutter oder vielleicht im Brutkasten (oder sonstwo…) landen.

Also Llosa, Kulturdiktatur und Algorithmen. Wenn Facebook, Google, Apple & Co. Daten sammeln, algorithmisch auswerten und so aus reinen Daten verwertbare Informationen machen, besitzen Sie – das ist Konsens – Einblicke in unser Leben. So können sie zukünftig maßgeschneiderte Angebote unterbreiten, weil Sie wissen, das ich Comedy-Serie XY schaue und statistisch Menschen die dieser Serie zugetan sind bestimmte Lampen der Preiskategorie YZ kaufen. Sollten wir also froh sein einen Llosa zu haben? Der Autor des Artikels spricht zusätzlich von neuen Grundrechten. Pseudonymität! Cooles Wort und interessanter Ansatz. Die Grünen werden die neuen Konservativen, die Piraten die neuen Grünen, CDU & SPD fusionieren und die FDP… wer weiß. Warten wir’s ab, es bleibt spannend…

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Uwe Kolbe – Sternsucher

Uwe Kolbe

Sternsucher

Der, hör ich, nachts aus dem Haus geht
und, seh ich, hoch in den Himmel schaut,
den, weiß ich, eine sehr gerne mal träfe,
doch, sagt sie, so wie es aussieht,
der, klagt sie, schaut doch immer nur hoch
und, denkt sie, niemals in mein Gesicht.
So, mein Freund, findest du nie einen Stern.

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Walt Whitman: Of Him I Love Day and Night (1860)

Walt Whitman: Of Him I Love Day and Night (1860)

Of him I love day and night I dream’d I heard he was dead,
And I dream’d I went where they had buried him I love, but he was
not in that place,
And I dream’d I wander’d searching among burial-places to find him,
And I found that every place was a burial-place;
The houses full of life were equally full of death, (this house is now,)
The streets, the shipping, the places of amusement, the Chicago,
Boston, Philadelphia, the Mannahatta, were as full of the dead as
of the living,
And fuller, O vastly fuller of the dead than of the living;
And what I dream’d I will henceforth tell to every person and age,
And I stand henceforth bound to what I dream’d,
And now I am willing to disregard burial-places and dispense with them,
And if the memorials of the dead were put up indifferently everywhere,
even in the room where I eat or sleep, I should be satisfied,
And if the corpse of any one I love, or if my own corpse, be duly
render’d to powder and pour’d in the sea, I shall be satisfied,
Or if it be distributed to the winds I shall be satisfied.

Walt Whitmann

Walt Whitmann                                                                                         (Quelle: http://www.loc.gov/pictures/item/2004675300/)

 

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Irgendwie spannend…

Paul Klee Farbtafel Qu I - 1930

Paul Klee Farbtafel Qu I – 1930

 

Ellsworth Kelly, Spectrum Colors Arranged by Chance II 1951

Ellsworth Kelly, Spectrum Colors Arranged by Chance II 1951

 

Gerhard Richter: «4 096 Farben», 1974

Gerhard Richter: «4 096 Farben», 1974

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