Die Faulheit der Lyrik-Leser

Gestern Abend habe ich mir überlegt, das Lyrik-Leser faule Menschen sein müssen. Die romanhaften Handlungen, die Welten voller Poesie und Zärtlichkeit, politischer oder körperlicher Härte, Philosophie und Selbsteinsicht verbergen sich in einer Essenz und Kompaktheit die über den Horizont mancher Bibliothek hinausgeht. So hat also der Lyrik-Leser mehr Zeit sich mit den angelegten Verschachtelungen  zu beschäftigen, die Essenz auf ein genießbares Maße herunter zu verdünnen. Zeit zu erkennen welche Handlung sich vor dem inneren Auge entfaltet, da er sich nicht der ohnmächtigen Wortlast eines Romanes ausgesetzt sieht. Welche Bedeutungen entstehen, welche Assoziationen werden geweckt? Er befreit sich allein durch die Auswahl der Lektüre von unnötigem Wortballast. Die fertigen Sätze des täglich sagbaren sind nicht seine Sache.

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