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Streit der Organe

Verfasser mir leider unbekannt

Ein Körper hatte Langeweile,
da stritten sich die Körperteile,
wer wohl der Boss von ihnen sei?

„Ich bin der Boss.“ Sprach das Gehirn.
„Ich sitz ganz hoch hinter der Stirn.
Ich muss viel denken, muss euch leiten.
Ich bin der Boss wer will´s bestreiten?“

Die Beine sagten halb im Spaße:
„Gib nicht so an du weiche Masse.
Durch uns der Mensch sich fortbewegt.
Ein Mädchenbein den Mann erregt.
Durch uns wirkt der Mensch erst groß.
Wir sind Boss, ist doch was los.“

Die Augen funkelten und sprühten.
„Wer wird euch vor Gefahr behüten?
Wenn wir nicht alle wachsam wären?
Uns sollte man zum Boss erklären.“

Das Herz, die Nieren und die Lunge,
die Ohren, Nase und die Zunge,
ein Jeder legte schlüssig dar:
„Ich bin der Boss das ist doch klar.“

Und auch der Penis reckt sich groß
und sagt ganz keck: „Ich bin der Boss.“
„Die Menschheit kann mich nicht vermissen,
denn ich bin nicht nur da zum Pissen.“

Bevor man die Debatte schloss,
da furzt der Arsch: „Ich bin der Boss.“

Hei wie die Konkurrenten lachten
und bitterböse Späße machten.
Das Arschloch war drauf´recht verdrossen
und hat sich also gleich verschlossen.

Und dachte konsequent bei sich:
„Die Zeit arbeitet für mich.
Wenn ich mich weigere zu scheißen,
werde ich die Macht wohl an mich reißen.“

Schlaff wurden Penis, Arme, Beine.
Die Galle produzierte Steine.
Das Herz das stockte schon bedenklich.
Auch das Gehirn fühlte sich kränklich.

Das Arschloch war nicht zu erweichen.
Lies nur ab und zu ein Fürzchen streichen.
Und schließlich sahen alle ein,
der Boss kann nur das Arschloch sein.

Und die Moral von der Geschicht:
Mit Fleiß und Arbeit schaffst du´s nicht.
Um Boss zu werden genügt allein,
ein Arschloch von Format zu sein.

Sollte jemand wissen, wer das geschrieben hat, wäre ich dankbar über einen Hinweis.

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Leserbrief FAZ – Dünger tötet nicht, aber Tugendhochmut

„Was nährt, kann auch töten“, meint Carsten Knop (F.A.Z. vom 25. Mai). Nicht Dünger tötet, sondern Spreng- stoff. Als der Chemie-Nobelpreisträger Fritz Haber mit Robert Bosch die Ammoniak-Synthese entwickelte, um Deutschland von den Salpetervorkommen in Südamerika unabhängig zu machen, hat er die Sprengstoffherstellung schon mitgedacht. Dass man Salpeter zur Sprengstoffherstellung benötigt, war seit dem Mittelalter bekannt. Die von den Bauern gefürchteten Salpetersieder waren deshalb von den Landesherren mit umfassenden Vollmachten ausgestattet. Haber war im Ersten Weltkrieg auch aktiv am Einsatz von Chemiewaffen beteiligt, dem sogenannten „Buntschießen“ mit Gelbkreuz, Grünkreuz, Weißkreuz und anderem. Umgekehrt kann Sprengstoff auch Leben retten. Nitroglycerin ist eine chemische Verbindung von Salpetersäure mit einem Alkohol und hoch explosiv. Im selben Jahr 1867, in dem Alfred Nobel das Dynamit entwickelte aus einer Mischung von Nitroglycerin mit Kieselgur, entdeckte ein schottischer Arzt die le- bensrettende Wirkung von Nitroglycerin bei Angina pectoris und Herzinfarkt. In alkoholischer Lösung ist Nitroglycerin nicht mehr explosibel. Alfred Nobel lehnte 1896 eine ihm von den Ärzten vorgeschlagene Behandlung mit Nitroglycerin ab und starb zwei Monate später an einem Herzleiden.

Nach WHO-Angaben sterben mehr Kinder an Vitamin- A-Mangel als an Aids, Tbc und Malaria zusammen (circa 6000 täglich), 200 Millionen Menschen erkranken daran, und zwei Milliarden Menschen leiden an Eisenmangel, ebenfalls oft mit tödlichen Folgen. Betroffen sind vor allem Menschen in Weltgegenden, in denen Reis das Hauptnahrungsmittel bildet. Nun ist es zwei Forschern (Beyer und Potrykus) gelungen, erstmals komplette Stoffwechselwege für Eisen und Vitamin A in eine Reispflanze zu übertragen, und sie haben gleichzeitig auch dafür gesorgt, dass sie leichter im menschlichen Darm resorbiert werden können. Milliarden Menschen könnten davon profitieren, mehr als seinerzeit durch Liebigs „Patentdünger“, über den Theodor Heuss 1953 in einer Gedenkrede sagte: „Kein Mensch hat so vielen anderen Menschen das Lebenkönnen ermöglicht.“ Papst Franziskus hat diesem Genreis 2013 seinen Segen erteilt. Weltweite Allianzen von Gentechnikgegnern versuchen den kontrollierten Anbau zu verhindern, darunter auch Greenpeace. Henry Moore, Mitbegründer von Greenpeace, spricht von „moralischen Abgründen“ der Gentechnik-Opposition und ist aus seiner Organisation ausgetreten. Und die ins Auge gefassten Anbauländer fürchten um ihren Export nach Europa. So müssen Millionen Menschen jährlich weiter sterben, während die Europäer täglich Genfood genießen, auch aus Bioläden, in Form sogenannter „Mutationszüchtungen“. Dabei entstehen durch Bestrahlung in Kernkraftwerken oder durch aggressive Chemikalien an den Zehntausenden Genen eines Samenkorns Mutationen in Zehnerpotenzen. Das ist erlaubt und wird nicht deklariert. Im Labor geht man vergleichsweise schonender mit dem Erbgut um, aber das ist verboten. Durch diese brachialen Zwangsmutationen sind über 14 000 neue Sorten entstanden, von denen 2500 angebaut werden. Bei 50 Prozent der in Europa angebauten Gerste wurde das Erbgut durch Bestrahlung verändert und bei 80 Prozent des Hartweizens für unsere Pasta, auch wenn Bio draufsteht. Dünger tötet nicht, aber Tugendhochmut. DR. ROLF KLIMM, BAD ENDORF (Quelle: FAZ, Mittwoch, 8. Juni 2016 · Nr. 131/23, S. 5)

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