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Renovierung der Fassade

Tadeusz Dąbrowski

Der Putz fällt von den Mauern des Kapuzinerklosters,

gleichmäßig arbeiten die Meißel, geben keine Ruhe.

In meinem Land an der Weichsel setzen sie Jesus auf den Thron,

und ich lausche in dem Schweizer Städtchen, wie Blumen

erblühen, Banknoten rascheln, ich höre die Vogelstimmen

gegen die globale Erwärmung und den Putz, der

von den Mauern aus dem siebzehnten Jahrhundert fällt.

Drei alte Ordensschwestern kennen mich schon,

sie sind wie Brieftauben aus einer gelichteten Schar

während des letzten Fluges, haben Probleme mit dem Gehör

und wundern sich, als ich erkläre, ich könne nicht schlafen,

weil die Meißel gleichmäßig den Putz von den Mauern des Klosters

Maria Opferung aus dem siebzehnten Jahrhundert schlagen,

ein vermodertes Kreuzgerüst entblößend. Indessen geht über

meinem Land ein Regenbogen auf, eine fröhliche Menge trägt

in der Monstranz eine Vagina als Hostie, und von den Sockeln

stürzen die Denkmäler der Priester, die sich ins Paradies zu drängen

versuchten durchs Nadelöhr kindlicher After und Scheiden.

Vögelchen singen, und Bienchen sumsen in den Gärten

des Kapuzinerklosters in Zug, wo drei alte

Ordensschwestern geduldig auf die Berufung

in die Ewigkeit warten. Auf der Promenade am See, der

an den See Genezareth erinnert, spazieren mit geblähten

Bäuchen zukünftige Mütter. Eine Stunde von hier

sterben an einer Spritze mit Gift die lebensmüden

Eigentümer des Lebens. Die Renovierung zieht sich

schon drei Monate, ich kann nicht schlafen, obwohl die Schwestern

behaupten, die Meißel arbeiteten nur am Tag, gleichmäßig

den Putz von den Mauern des Klosters schlagend. Die Glocken

der leeren Kirchen läuten jede Viertelstunde, die Glocken an den

Kuh- und Schafshälsen läuten fast ununterbrochen. Ansonsten

Stille, der Trauerzug der Wolken, der erstickende Geruch

nach verblühenden Glyzinien und dem Putz der alten Mauern

des Kapuzinerklosters, das schon im nächsten Jahr wie neu

aussehen wird, glaubt man den Meistern und den drei

Ordensschwestern mit ihren verkalkten, zerbrechlichen Körpern.

Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall

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Filed under Poesie

Ein Briefwechsel

Hi Ingo,

wir haben Dir überhaupt nichts für die Kinokarten und Theaterkarten gegeben! Pam wusste zu berichten, dass das Theater 10,50 gekostet hat und beim Kino haben wir keinen Plan. Lass mich einfach wissen was der Spaß gekostet hat und ob Stephan und Anja Dir auch noch etwas schulden!

Grüße Georg

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Sehr geehrter Herr Renftle,

vielen Dank für Ihre kurze Information und offenherzige Selbstbezichtigung. Leider haben wir bereits ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet, so dass eine außergerichtliche, gütliche Einigung ebenso abwegig erscheint, wie der schamlose Versuch ungeschoren und ungesehen aus Halle (Saale) zu verschwinden. Vielmehr möchte ich meine christliche Mission mit dieser E-Mail unterstreichen und an Lukas, Kap. 5, Verse 32 erinnern: „Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten.“

Sofern Sie also ein berechtigtes Interesse hegen nicht den Büßern zugerechnet zu werden, bitte ich Sie auf mein Schweizer Nummernkonto einen angemessenen Betrag in Höhe von 1,5 Millionen Schweizer Franken zu überweisen. Weiterhin lege ich Ihnen einen Eintritt ins Kloster nahe.

Schließlich scheint eine Liaison mit einer Hexe für einen guten Christen nicht angemessen, so dass ich in diesem Fall zwar nur an Ihr christliches Gewissen appellieren kann, sollte jedoch keine unverzügliche Trennung und idealerweise Verbrennung auf dem städtischen Scheiterhaufen der Stadt Düren erfolgen, werde ich diese Informationen an die Glaubenskongregation weitergeben. Eine Überprüfung Ihrer Verhältnisse steht planmäßig durch einen hauptamtlichen Mitarbeiter – erheiternder Weise ein Namensvetter Ihrerseits – zum Osterfest an. Bis dahin wünsche Ihnen und Ihrer Familie eine glückliche Papstwahl und eine entbehrungsreiche Fastenzeit.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Herrmann

Vorsitzender der katholischen

Missionarsbewegung Mitteldeutschland

Abteilungsleiter Schuldendienste

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