Tag Archives: Licht

Die Nacht

Hermann von Gilm zu Rosenegg

Aus dem Walde tritt die Nacht,
Aus den Bäumen schleicht sie leise,
Schaut sich um in weitem Kreise,
Nun gib acht.

Alle Lichter dieser Welt,
Alle Blumen, alle Farben
Löscht sie aus und stiehlt die Garben
Weg vom Feld.

Alles nimmt sie, was nur hold,
Nimmt das Silber weg des Stroms,
Nimmt vom Kupferdach des Doms
Weg das Gold.

Ausgeplündert steht der Strauch,
Rücke näher, Seel an Seele;
O die Nacht, mir bangt, sie stehle
Dich mir auch.

Hermann von Gilm zu Rosenegg: „Gedichte“. Liebeskind Verlag, Leipzig 1894. 

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Jochen Jung – Anderes Licht

Nach dem Gewitter bricht
ein Licht sich Bahn
das nicht von den Gestirnen kommt
Es hat etwas Eklektisches
zugleich Beseelt-Elektrisches
Es leuchtet wie das Innere vom Licht
wie Katzenblick und Psalmenfeuer

Dazu dann noch der Regenbogen
der immer aussieht wie gelogen

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