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Renovierung der Fassade

Tadeusz Dąbrowski

Der Putz fällt von den Mauern des Kapuzinerklosters,

gleichmäßig arbeiten die Meißel, geben keine Ruhe.

In meinem Land an der Weichsel setzen sie Jesus auf den Thron,

und ich lausche in dem Schweizer Städtchen, wie Blumen

erblühen, Banknoten rascheln, ich höre die Vogelstimmen

gegen die globale Erwärmung und den Putz, der

von den Mauern aus dem siebzehnten Jahrhundert fällt.

Drei alte Ordensschwestern kennen mich schon,

sie sind wie Brieftauben aus einer gelichteten Schar

während des letzten Fluges, haben Probleme mit dem Gehör

und wundern sich, als ich erkläre, ich könne nicht schlafen,

weil die Meißel gleichmäßig den Putz von den Mauern des Klosters

Maria Opferung aus dem siebzehnten Jahrhundert schlagen,

ein vermodertes Kreuzgerüst entblößend. Indessen geht über

meinem Land ein Regenbogen auf, eine fröhliche Menge trägt

in der Monstranz eine Vagina als Hostie, und von den Sockeln

stürzen die Denkmäler der Priester, die sich ins Paradies zu drängen

versuchten durchs Nadelöhr kindlicher After und Scheiden.

Vögelchen singen, und Bienchen sumsen in den Gärten

des Kapuzinerklosters in Zug, wo drei alte

Ordensschwestern geduldig auf die Berufung

in die Ewigkeit warten. Auf der Promenade am See, der

an den See Genezareth erinnert, spazieren mit geblähten

Bäuchen zukünftige Mütter. Eine Stunde von hier

sterben an einer Spritze mit Gift die lebensmüden

Eigentümer des Lebens. Die Renovierung zieht sich

schon drei Monate, ich kann nicht schlafen, obwohl die Schwestern

behaupten, die Meißel arbeiteten nur am Tag, gleichmäßig

den Putz von den Mauern des Klosters schlagend. Die Glocken

der leeren Kirchen läuten jede Viertelstunde, die Glocken an den

Kuh- und Schafshälsen läuten fast ununterbrochen. Ansonsten

Stille, der Trauerzug der Wolken, der erstickende Geruch

nach verblühenden Glyzinien und dem Putz der alten Mauern

des Kapuzinerklosters, das schon im nächsten Jahr wie neu

aussehen wird, glaubt man den Meistern und den drei

Ordensschwestern mit ihren verkalkten, zerbrechlichen Körpern.

Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall

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Filed under Poesie

Programm der Schweiz-Exkursion

Reisezeit: 10.09.2012 – 17.09.2012

Montag, 10.09.

Abfahrt 09:07 Uhr nach Basel, Ankunft 16:47 Uhr

2 Übernachtungen in Jugendherberge Basel (St. Alban-Kirchrain 10)

Dienstag 11.09.

→ Museum Augusta Raurica in Kaiseraugst

  • Der Silberschatz von Kaiseraugst

→ Antikenmuseum

  • Das Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig: Geschichte des Museums und ausgewählte Werke

→ Kunstmuseum Basel

  • „Die Toteninsel“ von Arnold Böcklin
  • „La Montagne Sainte-Victoire“ von Paul  Cézanne
  • „Entartete Kunst“ und Basel: Das Beispiel von Franz Marcs „Tierschicksale“
  • Amerikanischer Expressionismus nach 1945
  • Konrad Witz
  • Hans Holbein d.Ä. und das Amerbach-Kabinett
  • Hans Baldung Grien, Niklaus Manuel Deutsch und Lucas Cranach d.Ä.
  • Impulsreferat zur Arte Povera + Besuch der Sonderausstellung zur Arte Povera
  • selbstständiger Kurzbesuch der Ausstellung „Panoramen – Vermessene Welten“

 Mittwoch 12.09. Basel à Bern

→ Fondation Beyeler, Riehen (Basel)

  • Renzo Piano als Ausstellungs-Museumsarchitekt
  • Alberto Giacometti in der Sammlung Ernst Beyelers

→ Zentrum Paul Klee (Bern)

  • „Labiler Wegweiser“ (1937). Über die Möglichkeit, Malerei, Landschaft und Architektur zu verbinden

→ Kunstmuseum Bern

  • Albert Anker
  • Adolf Wölfli

1 Übernachtung im Hotel Goldener Schlüssel Bern (Rathausgasse 72)

Donnerstag 13.09. Bern à Promontogno

→ „Sanctuarium Artis Elisarion“, Minusio

  • Der Tempel des Klarismus

→ Monte Verità, Ascona

  • Harald Szeemann und der Berg der Wahrheit
  • Das Bauhaus-Hotel Emil Fahrenkamps und sein Bauherr Eduard von der Heydt
  • Besichtigung des Rundbildes  Elisàr von Kupffers „Die Klarwelt der Seligen“ (1923-39)

1 Übernachtung Promontogno im Hotel Bregaglia

Freitag 14.09. Promontogno à Zürich

→ Nietzsche-Haus, Sils Maria

  • Nietzsche und die Lebensreform um 1900

→ Segantini-Museum, St. Moritz

  • Giovanni Segantinis Alpentriptychon „Leben–Natur–Tod“

→ Ernst Ludwig Kirchner-Museum, Davos

  • Ernst Ludwig Kirchner und die Schweiz

→ Amden

  • Ort für Sektierer, Lebensreformer, Künstler
  • Die Bedeutung von spezifischen Orten für den Kunstwissenschaftler

3 Übernachtungen in Jugendherberge Zürich (Mutschellenstrasse 114, 8038 Zürich)

 Samstag 15.09.

Tagestour nach Winterthur

→ Kunstmuseum Winterthur

  • Treffen mit Direktor Dieter Schwarz und Besichtigung von Otto Meyer-Amdens Landschaftsbildern aus Amden
  • Félix Vallotton – Zeichnungen

→ Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten

  • Ausgewählte Werke der  deutschen und österreichischen Malerei  in der Sammlung Oskar Reinhart am Stadtgarten

→ Museum Oskar Reinhart „Am Römerholz“

  • Ferdinand Hodler und die Malerei der Schweiz in der Sammlung Oskar Reinhart
  • Sammlung, Haus und Park (Renoir, Manet, Cézanne und Cranach)

→ Kunsthaus Zürich Teil I

  • „Das Höllentor“ von Auguste Rodin
  • Die Giacometti-Sammlung im Kunsthaus Zürich

 Sonntag 16.09.

→ Kunsthaus Zürich Teil II

  • Johann Heinrich Füssli und die Kunst um 1800

Luzern

→ Museum Sammlung Rosengart

  • Umfunktionierung eines ehemaligen Bankgebäudes zum Museum
  • Angela Rosengart, Picasso und die Schweiz
  • Die Klee-Sammlung in den vormaligen Tresorräumen

→ Bourbaki Panorama

  • Zur Geschichte der Panoramen allgemein und im Speziellen des Bourbaki-Panoramas

→ Wallfahrtskirche Hergiswald

  • Die Wallfahrtskirche Hergiswald – ein barockes Spektakel

Montag 17.09.

Abreise 12:00 Uhr Zürich Hauptbahnhof, Ankunft in Halle 20:51 Uhr

 

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