Jahresausstellung der Burg Giebichenstein

An diesem Wochenende war Jahresausstellung der Studenten der Burg Giebichenstein. Eigentlich eine kleine regionale „Documenta Vers. ??“. Unzählig viele Ideen, Gestaltungstipps, Talente und große wie kleine Kunst. Dazu – gerade gestern Abend – ein bezauberndes Ambiente an der Villa am Neuwerk.

Und was höre ich gerade im Radio? Zwei Studenten haben nach Ansicht einer Besucherin einige rechtsextreme Zeichen in ihren Bildern verwendet woraufhin die pflichtgemäße Besucherin das betroffene Bild unmittelbar aus der Ausstellung entfernte und zur Polizei brachte. Ein riesen Kalauer hoffe ich. Oder doch zumindest eine geschickte Inszenierung von zwei Studenten die auf dem keimenden Kulturmarkt ihren eigenen Bekanntheitsgrad  steigern wollten und dazu eine naive Mitstreiterin als williges Klageopfer verpflichtet haben, die in dieser Posse die beflissene „Besorgte Bürgerin“ zu Mimen hatte.

Überhaupt kommen einem auf einer solchen Veranstaltung interessante Gedanken: Das kreative Burg-Umfeld speist – zumindest die nicht allzu beflissenen Besucher (siehe oben) – mit kreativem Input, Inspiration. So spielte unser Nachbar (Straßennachbar, ich gebe es ja zu!) Geige im Hof der Unterburg. Er: erfolgreicher Kardiologe mit entsprechend wohnlichem, schön gelegenem Einfamilienhaus, abgesichert und finanziell – vermutlicher Maßen – unabhängiger als viele Besucher, spielt auf.

Ich weiß nicht so recht warum mich das derart fasziniert hat, aber er hatte Spaß beim dem was er dort – gemeinsam mit einer Jazzcombo –  vorgetragen hat. Gute Qualität, gute Unterhaltung und das alles eine private Initiative, ein Darsteller der ein Publikum sucht und vielen glücklichen und würdigenden Zuhörern.. Vielleicht ist das ja die Zukunft der Kulturförderung.

Ein nachdenkliches Bild habe ich heute auch gesehen: 1939, zu viele Soldaten, 1950, zu viele Arbeiter, 2012, zu viele Künstler. Vielleicht kommt bald der Punkt wo wir Künstler – wie einst Soldaten und Arbeiter – nicht mehr benötigen? Wo sie – aufgrund eines äußeren Einflusses – gesellschaflich nicht mehr die Rolle übernehmen, die wir ihnen heute (die Vorbildhaftigkeit künstlerischer Tugenden und Kreativität) zuschreiben. Ein origineller Gedanke. Leider ohne „bildlichen“ Verfasser. Egal.

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