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Diktaturen

Gestern Abend habe ich Das Fest des Ziegenbocks von Mario Vargas Llosa zu lesen begonnen. Selten war ich schon nach den ersten ZEILEN (jawohl, Zeilen!) so begeistert von einem Buch, dass ich sofort das erste Kapitel bis zum Ende lesen musste. Aber nicht nur das Llosa so verdichtet schreibt, sondern vielmehr beeindruckte mich seine Kunst, Beziehungen zwischen Menschen gar nicht anzusprechen, aber trotzdem erfahrbar zu machen. Assoziationen hervorzurufen. Phänomenal!

Aber eben nicht nur Beziehungen zwischen Menschen werden so komponiert, sondern ganz allgemein kamen mir einige Gedanken. Der dominikanische Diktator. Der lateinamerikanische Autor. Der westliche Leser. Alle drei Perspektiven verschränken sich und stellen sich auch gegenseitig in Frage. Ganz klar, die Diktatur Trujillos ist entlarvt. Aber auch die westliche „Kulturdiktatur“ und Arroganz wird hintergründig angeklagt.

Interessanter Weise habe ich gestern einen Artikel gelesen, in dem es um Algorithmen ging. Algorithmen sind seit Jahrzehnten, Jahrhunderten wahrscheinlich allgegenwärtig – klar. Man denke nur an die Checkliste nach der Geburt eines Kindes (5 Parameter die gecheckt werden, eine Punktwertung bekommen um anschließend das Kind als „gesund“ oder „behandlungsbedürftig“ zu klassifizieren). Ein Algorithmus entscheidet also bereits direkt nach unserer Geburt ob wir links oder rechts abbiegen, in den Armen der Mutter oder vielleicht im Brutkasten (oder sonstwo…) landen.

Also Llosa, Kulturdiktatur und Algorithmen. Wenn Facebook, Google, Apple & Co. Daten sammeln, algorithmisch auswerten und so aus reinen Daten verwertbare Informationen machen, besitzen Sie – das ist Konsens – Einblicke in unser Leben. So können sie zukünftig maßgeschneiderte Angebote unterbreiten, weil Sie wissen, das ich Comedy-Serie XY schaue und statistisch Menschen die dieser Serie zugetan sind bestimmte Lampen der Preiskategorie YZ kaufen. Sollten wir also froh sein einen Llosa zu haben? Der Autor des Artikels spricht zusätzlich von neuen Grundrechten. Pseudonymität! Cooles Wort und interessanter Ansatz. Die Grünen werden die neuen Konservativen, die Piraten die neuen Grünen, CDU & SPD fusionieren und die FDP… wer weiß. Warten wir’s ab, es bleibt spannend…

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Irgendwie ist Apple ja doch ganz gut…

Ich habe lange über den iMac geschimpft. Braucht man ja in der Gebäudereinigung auch nicht. Herrmann & Tallig und MacBooks… Nachdem ich mich in den letzten Monaten ernstlich mit dem Gedanken getragen habe, den iMac zu verkaufen und schon ein Windows-Ultrabook als Ersatz bestellt hatte – zugleich Ausgangspunkt für eine kleine Ummöbelierungsodyssee – war ich in Düren beim Saturn. Zugegebenermaßen keine ernstzunehmende Inspirationsquelle , aber dort standen die neuen MacBooks… Retina-Display und so. Über 2.000 EUR für einen Laptop? Das erschien mir dann doch etwas zu exaltiert. Außerdem war einer jener finanzstarken Endvierziger schneller als ich – im Schlepptau eine gaackige Gattin die nichts besseres zu tun hatte, als ihrer Kauflaune zu frönen und ihrem „Schätzelschn“ einen Laptoptraum zu erfüllen. Der gute Mann hatte natürlich keine Ahnung von der Materie, wusste noch nichteinmal wo man das Ding anmachte, aber insgeheim hab ich mich für ihn gefreut. Das letzte Originalverpackte Exemplar hieß: Ich hatte Pech und ging leer aus.

Der Laptop den ich mir einige Tage zuvor bestellt hatte, stand zufällig auch dort rum. Nachdem ich einige Worte getippt hatte, stand mehr oder minder fest, dass ich den nicht kaufen werde. Die gesamte Haptik war, verglichen mit dem Apple Produkt eine Katastrophe. Nein, keine Katastrophe. Allem Anschein nach war es einfach unfair zwei Produkte miteinander zu vergleichen, die – Äpfel mit Birnen vergleichen usw. – nicht zu vergleichen waren. Apple ist ist der Apfel wären der Rest Dörrobst ist. Zumindest war Haptik und Verarbeitung angeht. Der Wohlfühlfaktor wenn man an das Gerät herantritt, die Emotion… Eigenartig das über Kaufgegenstände zu sagen, aber es ist tief empfunden….

Also? Das MacBookAir war noch frisch verpackt auf Lager, es gab einen 100 EUR Warengutschein dazu und Saturn hatte bessere Preise als das Liebe Internet. „Jetzt sitzt ich hier, bin etabliert und schreibe auf teurem Papier, ein Lied über meine Vergangenheit…“ (Mit 18, M.M.Westernhagen). Hochbegeistert über einen traumhaften Laptop, Ultrabook, AirBook… wie auch immer… es macht Spaß damit einen Blog zu schreiben…

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