Tag Archives: Frühling

Begin

Brendan Kennelly

Begin again to the summoning birds
to the sight of light at the window,
begin to the roar of morning traffic
all along Pembroke Road.
Every beginning is a promise
born in light and dying in dark
determination and exaltation of springtime
flowering the way to work.
Begin to the pageant of queuing girls
the arrogant loneliness of swans in the canal
bridges linking the past and future
old friends passing though with us still.
Begin to the loneliness that cannot end
since it perhaps is what makes us begin,
begin to wonder at unknown faces
at crying birds in the sudden rain
at branches stark in the willing sunlight
at seagulls foraging for bread
at couples sharing a sunny secret
alone together while making good.
Though we live in a world that dreams of ending
that always seems about to give in
something that will not acknowledge conclusion
insists that we forever begin.“

Aus:
The Essential Brendan Kennelly, Dublin, 2011

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Sommertage

MACIEJ NIEMIEC

Sommertage, sie gehören uns schon – sind Erinnerung,

die Hitze kehrt in diesem Jahr nicht wieder. Hinterm Hügel

schluchzt der Ozean über dem zertrümmerten Spiegel

unzähliger Muscheln. Ein Windstoß von den Felsen

trägt ein blaues Stückchen Plastik aus der Gasse,

hält es einen Moment über dem Straßenpflaster,

der Geist des Sommers könnte darüber lachen…

Der Lauf des Jahres knirscht nicht um diese Zeit.

Das Kind schläft länger, und wenn es weint,

dann leiser als im Frühling. Der September

öffnet noch die Augen der Blumen –

sie sehen das Licht, uns sehen sie nicht.

Irgendwo läuft nach wie vor das Leben wie ein Raubtier

auf der Fährte der kurzen Schatten der Sommertage.

Saint-Énogat, IX 1990

Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall

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Uwe Greßmann – An den Vogel Frühling

Daunen dringen aus dir.
Davon kommen die Blumen und Gräser.

Federn grünen an dir.
Davon kommt der Wald.

Grüne Lampen leuchten in deinem Gefieder.
Davon bist du so jung.

Mit Perlen hat dich dein Bruder behaucht, der Morgen.
Davon bist du so reich.

Uralter, du kommst aus dem Reich der mächtigen Sonne.
Darum kommen Menschen und Tiere, und: Erde,
Dich zu empfangen.
Da du sie eine Weile besuchst,
Sind sie erlöst und dürfen das weiße Gefängnis verlassen,
In das sie der Winter gesperrt hat.

Und davon kommen die Sänger,
Die dich besingen.
Frühling, du lieblicher.
Du richtest den Kopf hoch.

Davon ist der Himmel so blau.
Und es wärmt uns alle dein gelbes Auge.
Und du siehst uns an.
Und darum leben wir.

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